Die Badische Landesbühne

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Rezensionen

Franz Kafka

Amerika

Ramm erzählt die Geschichte von Kafka ohne aufgesetzte Aktualisierungen. Keine Anspielungen auf Trump, auch, wenn der Begriff „Präsident“ fällt und es sofort Lacher gibt. Erst zum Schluss, wenn das Ensemble den Song der Seekers singt und sich darüber sich ständig steigernde, immer gewalttätiger wirkende Marschtritte legen, wird das Negativ des „American way of life“ überdeutlich. Im Video sind junge Menschen zu sehen, die sich sammeln und sich immer mehr in Totenköpfe verwandeln. Da macht es Sinn, dass im Programmheft Brecht zitiert wird, der in Kafka jemanden sieht, der in seinen Texten Konzentrationslager vorab beschrieben hat. Aber auch, dass im Foyer und im Programmheft auf die Erklärung der Vielen hingewiesen wird.

Die Deutsche Bühne/Manfred Jahnke



Carsten Ramm inszeniert „Amerika“ als Dystopie: Das Individuum ist einem undurchschaubaren System ausgeliefert, in dem jeder eigene Schritt als Fehltritt ausgelegt und bestraft wird. So wirken die Figuren nicht wie Menschen aus Fleisch und Blut, sondern wie mechanische Puppen, die sich seltsam verrenken und mitten in der Bewegung erstarren. In der Rolle des Karl Roßmann zeigt Colin Hausberg präzise, wie sich der Verhaltens- und Handlungsspielraum des nach Amerika verschickten, anfangs recht unbefangenen Jugendlichen auf seinem Irrweg über verschiedene Arbeits- und Abhängigkeitsverhältnisse immer mehr verengt.

BNN/Sibylle Orgeldinger



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