Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
Ein VolksfeindDie zweite FrauDer Verlorene

Rezensionen

Nino Haratischwili

Die zweite Frau

Das karg und steril wirkende Bühnenbild wurde von Ausstatterin Franziska Smolarek dem Gemälde „Das Eismeer“ von Caspar David Friedrich nachempfunden und offenbarte die Kälte zwischen den Frauen. Den drei Schauspielerinnen gelang es durch ihr ausdrucksstarkes Spiel, die Unzufriedenheit der drei Figuren zu spiegeln.

Fränkische Nachrichten/Nadine Schmid


Drei Frauenschicksale, die im Verlauf des Stückes – jede für sich alleine – abrechnen mit sich und ihrer Umwelt, die alles andere als heil ist.

Kaukasische Post/Rainer Kaufmann


Regisseurin Evelyn Nagel konnte die Figuren des Stücks maßgeschneidert besetzen: Cornelia Schönwald spielt die reiche, wohlstandsgesättigte Laura, die eine Krebsdiagnose zunächst nicht aus der Bahn wirft, aber angesichts einer verkorksten Ehe und einer aus ihrer Sicht verhaltensgestörten Tochter zu einem tückischen Plan motiviert. Ihre Tochter Agnes verkörpert Sina Weiß mit ohnmächtiger Wut gegen ihre Mutter, unter deren Unnahbarkeit und emotionaler Kälte sie besonders leidet. Zur eigentlichen Heldin des Stücks wird Lena, die nur scheinbar unbedarfte Haushaltshilfe aus dem Osten. Nadine Pape gibt eine pragmatisch agierende, vital auftretende Lena.

Fränkische Nachrichten/Felix Röttger


Die Badische Landesbühne feierte ein in jeder Hinsicht würdiges Comeback. Eines, das die Buchener Zuschauer mit ebenso würdigem Applaus feierten. Und das verdient: Sowohl die Leistungen der Darsteller als auch der starke Plot und die einfallsreiche Requisite der Inszenierung Evelyn Nagels ließen nichts zu wünschen übrig. Sie schenkten dem Publikum einen nachdenklichen, stellenweise von herber Situationskomik, aber fortlaufend spritzigen Dialogen bestimmten Abend.

Fränkische Nachrichten/Adrian Brosch


Wiederholt markieren Monologe, die mit „Ich habe immer gedacht …“ beginnen, die verunsicherten Positionen der einzelnen Frauen. Was sie trennt und was sie verbinden könnte, hat Ausstatterin Franziska Smolarek mit Plexiglasscheiben angedeutet – kantig, kalt und zerkratzt, aber auch durchscheinend. Die Berliner Gastschauspielerin Cornelia Schönwald spielt Laura, elegant bis in die Schluppe ihrer schimmernden Bluse, unnahbar beim Gang durch ihr großzügiges Haus, in dem ein Saugroboter seine präzise choreografierten Runden dreht. Die von Nadine Pape dargestellte Lena gibt sich lakonisch und bodenständig, bis die Enttäuschung aus ihr herausbricht.


Am trotzigsten und zugleich am verletzlichsten wirkt die Agnes von Sina Weiß, breitbeinig dasitzend, ihre Arme ritzend, ihre Weltsicht so schwarz umrandet wie ihre Augen.

Badische Neueste Nachrichten/Sibylle Orgeldinger



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