Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
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Rezensionen

Friedrich Schiller

Kabale und Liebe

Größten Respekt erwarb sich das siebenköpfige Ensemble mit seinem Spiel um Leidenschaft, Verzweiflung, verlotterte Moral sowie Ohnmacht gegenüber den Verhältnissen.


Thilo Langer verausgabte sich in der Rolle des Ferdinand stimmlich und darstellerisch und wurde verdientermaßen mit Sonderbeifall bedacht.


Als schauspielerischer Glücksfall erwies sich Magdalena Suckow, die mit unangestrengter Präsenz sowohl als Hofmarschall von Kalb als auch in der Rolle des Kammerdieners auftrat und einen komödiantischen Gegensatz zum tragischen Geschehen verkörperte.

Neckar-Chronik/Gerhard Keck


Bühnenbildner Georg Burger ließ zwei weiße Wände aufeinander zulaufen, doch am Ende drohte ein schwarzes Loch. Hier die einfache Holzbank, dort der gepolsterte Barockstuhl. Mehr Requisiten brauchte es nicht, um die Gegensätze zweier unvereinbarer Welten zu illustrieren. 


Magdalena Suckow glänzte in einer Hosenrolle als sportlicher Spaßvogel auf die Bühne. Als Kammerdiener hatte sie zu Beginn einen der stärksten Momente des Abends.


Das Publikum zeigte sich dankbar, dass nach diesen kulturarmen Corona-Zeiten wieder eine ausgereifte Aufführung möglich war.

Fränkische Nachrichten/Felix Röttger


Besonders der schon bei Schiller dominierende dramatische Konflikt wird lebendig und überzeugend geschildert.


Das alles setzen die Akteure – auch das ist man von der Landesbühne gewohnt – gekonnt in Szene: Hannah Ostermeier verkörpert Luise Miller mit viel Leidenschaft und Tiefgang.


Das Spartanische ist auch bei „Kabale und Liebe“ dominierend, wird aber hier ganz bewusst zum Programm erhoben, denn so soll der Blick des Betrachters – von anderen Einflüssen unbelastet – auf die Akteure und deren Mienenspiel konzentriert werden. Diese symbolisieren Liebe, Trauer, Wut und Verzweiflung so beeindruckend, dass hier ein üppiges Bühnenbild eher störend wäre. Trotzdem geizt die Inszenierung nicht mit der landesbühnenüblichen Finesse.

Rhein-Neckar-Zeitung/Joachim Casel


Was fängt ein Theater heute an mit diesem Klassiker? An der Badischen Landesbühne hat sich das Regieduo Joerg Bitterich und Petra Jenni für eine kompakte Fassung von rund 100 Minuten und einen generationenübergreifenden Ansatz entschieden.


Die Inszenierung, die nun im Hexagon des Stadttheaters Bruchsal Premiere hatte, zeigt starken Formwillen und sorgfältige Choreografie.


Eine leidenschaftliche Liebe mit verhängnisvollem Absolutheitsanspruch, gestörte Familien, hinterhältige Intrigen, eine sich um Lügen und Missverständnisse windende Spirale von Schuldzuweisungen – das alles ist im schlichten Bühnenbild von Georg Burger sortiert zwischen zwei weißen Wänden, die aufeinander zulaufen, aber nicht zusammentreffen, sondern sich in einem schmutzenden schwarzen Nichts auflösen. 

Badische Neueste Nachrichten/Sibylle Orgeldinger



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